ETF-Auswahl: 5 wichtige Kriterien die du beachten solltest

Hilfe!!!! Ich verliere den Überblick !!!! So ging es mir, als ich mich endlich dazu durchgerungen habe, in ETFs zu investieren. Kommt dir das auch bekannt vor? 


Inzwischen gibt es weltweit rund 8.553 ETFs (Stand 2021, Statista) – Tendenz steigend. Wer soll da noch durchblicken? Klar kann man es sich einfach machen und standardmäßig in den MSCI World Index investieren. Doch tauchen daneben auch noch der FTSE All World oder FTSE Developed World auf – und so weiter und sofort. Und schon ist man mittendrin – im ETF-Dschungel. Man beschäftigt sich mit der Zusammensetzung und versucht Unterschiede festzustellen. Schließlich möchte man sein hart verdientes Geld in den richtigen ETF investieren.


Wenn du dich hier
auch wieder findest, habe ich eine gute Nachricht für dich: „Ich möchte es möglichst einfach machen für dich“. Daher stelle ich dir hier meine 5 wichtigsten Kriterien vor, damit du weißt, worauf du bei der ETF-Auswahl achten solltest. 

 

Inhalte

  1. Index 
  2. Fondsvolumen
  3. Gebühren
  4. Replikationsmethode
  5. Ertragsverwendung


1. Index

Als erstes solltest du natürlich wissen, in was du investieren möchtest. Mittlerweile gibt es ETFs für diverse Anlageprodukte. Hierzu zählen neben Aktien auch Rohstoffe, Anleihen, Immobilien usw. 

Wenn du dich für einen Anlageprodukt entschieden hast, geht es als nächstes darum, den richtigen Basiswert oder auch Index auszuwählen, den du mit einem ETF nachbilden möchtest.

Bei Aktien-ETFs sind die beliebtesten Indizes der MSCI World, MSCI World Emerging Markets und der S&P 500. Zumindest nach dem investierten Volumen nach. Auch die Indizes wie der Stoxx Europe 600 und der FTSE 100 sind sehr beliebt – nur um mal ein paar zu nennen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine Vielzahl an weiteren ETFs. 

Neben einzelnen Regionen kannst du auch mit einem ETF in eine ganze Branche investieren. Sehr beliebt sind aktuell die Branchen Automation & Robotics, Cyber Security und Energy. 

Ich nutze für die Auswahl gerne die Plattform extraETF. Dort kann ich die einzelnen ETFs sehr gut miteinander vergleichen. Auch die Plattform justETF bietet eine gute Möglichkeit, um sich über ETFs zu informieren.

 

2. Fondsvolumen

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Fondsvolumen. Das Fondsvolumen gibt an, wie viel investiertes Kapital in dem ETF steckt.

Allgemein gilt:
Geringes Volumen: 0 Mio. bis 99 Mio. €
Mittleres Volumen: 100 Mio. bis 499 Mio. €
Hohes Volumen: größer 500 Mio. €

Ich achte bei dem Fondsvolumen darauf, dass dieser nicht unter 100 Mio. € liegt. Je größer umso besser natürlich. Daher filtere ich bei der ETF-Auswahl erst mal nach den größten ETFs.

Falls du dir jetzt die Frage stellst, warum das so wichtig ist, möchte ich dir dies gerne anhand eines Beispiels näher erläutern.

Nehmen wir mal an, du wählst einen ETF mit einem geringen Fondsvolumen, welcher vom Alter her auch noch recht jung ist. Wenn sich der ETF nicht beweist und weiter Geld einbringt, kann es passieren, dass er dann wieder geschlossen wird. Das ist besonders ärgerlich, da du dann einen neuen ETF suchen musst, um weiter dein Geld zu investieren. Du musst also noch mal aktiv werden. Zusätzlich werden dann erneut die Ordergebühren fällig. Ein weiterer Nachteil ist, dass du mögliche Kursverluste realisieren musst, sofern der ETF aktuell in den roten Zahlen ist.

Das kannst du dir ersparen, wenn du dir direkt einen ETF auswählst, der ein höheres Fondsvolumen hat und auch schon ein paar Jahre am Markt besteht.


3. Gebühren

Auch die Gebühren sind ein wichtiges Kriterium. Zu den allgemeinen Ordergebühren kommen noch weitere Gebühren hinzu. Diese werden als TER beim jeweiligen ETF in Prozent angegeben. TER heißt Total Expense Ratio. Oder auch in deutsch – Gesamtkostenquote.

Darunter sind die jährlichen Kosten zu verstehen, die für dich anfallen, wenn du Anteile am ETF besitzt. Hierzu zählen z. B. die Verwaltungs- und Lizenzgebühren. Die Gebühren werden übrigens automatisch von deinem investierten Kapital abgezogen, du musst also nichts weiter veranlassen und bekommst davon auch nicht direkt etwas mit.

Die Gesamtkostenquote – oder auch TER – sollte so gering wie möglich sein. Ich verdeutliche dies mal anhand eines Beispiels, bei einer Investitionssumme von 10.000 €:

1. ETF hat einen TER von 0,20 % – Gebühren liegen bei 20 € pro Jahr
2. ETF hat einen TER von 0,50 % – Gebühren liegen bei 50 € pro Jahr

Jetzt magst du vielleicht denken: „Wieso? Ist doch kein riesiger Unterschied“. Grundsätzlich gebe ich dir da recht. Wenn du das aber über mehrere Jahre zahlst – sagen wir mal 15 Jahre – ist der Unterschied schon größer. 

4. Replikationsmethode

Schließlich stellt sich noch die Frage, ob der ETF den Markt physisch oder synthetisch replizieren (abbilden) soll. Unter einer Replikationsmethode ist also die Indexnachbildung zu verstehen.

Du verstehst nur Bahnhof? Das kann ich gut nachvollziehen. Daher möchte ich dir den Unterschied gerne etwas genauer erläutern.

Physisch replizieren heißt, es werden die Anteile des ETFs genauso nachgekauft, wie diese im Index enthalten sind. Das bedeutet, dass alle im ETF enthaltenen Anteile entsprechend ihrer Gewichtung gekauft werden. Die Gewichtung richtet sich bei Aktien-ETFs nach der Marktkapitalisierung des Unternehmens.

Synthetisch replizieren heißt, dass der ETF den Index mithilfe von Finanzinstrumenten nachbildet – mittels sogenannten Swaps. Beim Swap, was so viel wie Tauschgeschäft heißt, schließt der ETF einen Vertrag mit einer Bank – auch Kontrahent genannt. Dabei verpflichtet sich die Bank die Rendite des Index zu zahlen und erhält dafür vom ETF eine Gebühr. Dieses Swap-Geschäft wird in der Regel in voller Höhe besichert.

Nur was bedeutet das genau für dich als Anleger? Mit einem synthetisch replizierenden ETF investierst du nicht direkt in die Anteile, die im Index enthalten sind. Du sicherst dir also nur den Kurs.

Oftmals wird bei synthetisch replizierenden ETFs wegen des sogenannten Kontrahentenrisikos gewarnt. Denn die Bank als Swap-Partner (Kontrahent) könnte pleite gehen. Dadurch könnte der ETF auf eventuell bestehende Forderungen aus dem Swap-Vertrag sitzen bleiben. Somit besteht die Gefahr, dass du dein investiertes Kapital verlierst. Denn der Swap-Partner ist nicht Teil des Sondervermögens und unterliegt somit auch nicht deren Schutz. Vorgekommen ist dies allerdings noch nicht. Aber es ist und bleibt ein Risiko.

Ich bevorzuge daher physisch replizierende ETFs. Zumindest wenn die Gebühren und auch die Fondsgröße für mich stimmen. Denn so weiß ich, in was ich mein Geld investiere und gehe kein unnötiges Risiko ein.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Sampling-Methode, welche eine gute Alternative darstellt. Hierbei werden nur die Anteile des ETFs gekauft, welche den größten Einfluss haben. Es wird also eine Auswahl getroffen. Diese Methode wird oftmals bei großen Indizes angewendet. Denn bei großen Indizes kann der umfangreichere Verwaltungsaufwand schnell
ins Geld gehen.

5. Ertragsverwendung

Die Ertragsverwendung informiert dich darüber, wie du die Gewinne aus dem ETF erhältst. Je nach Vorliebe und Anlageziel, kannst du zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs wählen.

 

Thesaurierend bedeutet, dass die Gewinne in Form von Zins- oder Dividendenzahlungen einbehalten und automatisch wieder angelegt werden. Bei dieser Variante gibt es also einen stärkeren Zinseszinseffekt. Sie eignet sich insbesondere, wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest.

 

Bei der ausschüttenden Variante erhältst du die Zins- oder Dividendenzahlungen regelmäßig auf deinem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Das bedeutet, dass die Erträge aus dem ETF nicht automatisch wieder angelegt, sondern ausgeschüttet werden. Diese Variante eignet sich z. B., wenn vorhast deine Rente etwas aufzubessern oder wenn du die ausgeschütteten Erträge dazu nutzen möchtest, um diese in andere Geldanlagen zu investieren oder dir gerne ein passives Einkommen aufbauen möchtest.

 

Wenn du mehr über die Unterschiede erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Beitrag
Thesaurierend vs. ausschüttend – Welche Variante ist besser?.

Ich hoffe, jetzt bist du etwas besser für den ETF-Dschungel gewappnet. Wenn du noch Fragen hast oder dich gerne austauschen möchtest, hinterlasse mir gerne ein Kommentar oder schreibe mir an post@moneythinx.com


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