Thesaurierend vs. ausschüttend – Welche Variante ist besser?

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Sobald du anfängst, dich mit ETFs und Fonds zu beschäftigen und diese miteinander zu vergleichen, stolperst du mit Sicherheit irgendwann über die Begriffe thesaurierend oder ausschüttend. Nur was genau bedeuten diese Begriffe? Und welche Variante ist besser? Dies möchte ich dir gerne in diesem Artikel näher erläutern.

 

Inhalte

 

1. Was bedeutet ausschüttend?
2. Was bedeutet thesaurierend?
3. Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?
4. Welche Variante ist besser?

 

1. Was bedeutet ausschüttend?

 

Ausschüttend bedeutet, dass du regelmäßig einen kleinen Betrag ausgezahlt bekommst. Dies geschieht meistens einmal im Jahr. Einige Fonds oder ETFs schütten aber auch quartalsweise oder – selten – auch monatlich aus.

 

Nur, wie funktioniert das genau? Viele Unternehmen zahlen ihren Anlegern eine Dividende – so auch auf den Anteil der im Fond/ETF enthaltenen Wertpapiere. Bei einer ausschüttenden Variante werden diese Zins- oder Dividendenzahlungen nach Abzug von Steuern direkt an dich ausgezahlt oder auch ausgeschüttet. Du erhältst diesen Betrag auf dein Verrechnungskonto. Oftmals werden diese Zahlungen auch als passives Einkommen bezeichnet, da du regelmäßig Geld bekommst, ohne aktiv etwas dafür zu tun.

 

Allerdings hat dies zur Folge, dass sich der Wert deines Fondsanteils um die Ausschüttungen reduziert.

 

2. Was bedeutet thesaurierend?

 

Thesaurierend bedeutet, dass die Zinsen und Dividenden nicht ausbezahlt, sondern direkt wieder in den Fond oder ETF reinvestiert werden. Das hat zur Folge, dass deine Anteile mehr wert sind. Der Kurs steigt also um die zugeflossenen Erträge.

 

3. Was sind die wesentlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Variante?

 

Ein wesentlicher Vorteil bei der ausschüttenden Variante ist sicherlich, dass man regelmäßig Zahlungen erhält. So kannst du selbst entscheiden, ob du das Geld wieder reinvestierst, in etwas anderes investierst oder dir einfach was schönes kaufst. Du hast das Geld also zur freien Verfügung. Wenn du das ausgezahlte Geld z.B. in andere Produkte investierst, kannst du dadurch sogar dein Portfolio mehr diversifizieren.

 

Gleichzeitig kann dies aber auch ein Nachteil sein. Denn wenn du das Geld wieder (re)investieren möchtest, fallen jedes mal wieder aufs Neue Transaktionsgebühren an. Daher solltest du also darauf achten, dass die Gebühren nicht die Rendite auffressen. Auch wächst dein Vermögen auf lange Sicht gesehen meist langsamer, wenn du dir die Zinsen und Dividenden auszahlen lässt.

 

Mit der thesaurierenden Variante kannst du also über einen längeren Zeitraum eine höhere Rendite erwirtschaften, da du als Anleger vom Zinseszinseffekt profitierst. Denn durch die wieder reinvestierten Zinsen und Dividenden, kann dein Geld immer weiter für dich arbeiten. Auch musst du dich nicht um die Reinvestition der Erträge kümmern. Das spart also Zeit und Geld. Es entstehen dementsprechend auch keine zusätzlichen Gebühren für eine weitere Investition.

 

Allerdings bist du bei der thesaurierenden Variante weniger flexibel. Da die Erträge wieder in den Fond oder ETF reinvestiert werden, müsstest du Anteile verkaufen, um daraus Cash zu generieren. Deine Erträge kannst du somit auch nicht in andere Geldanlagen investieren, da keine Ausschüttung stattfindet.

 

4. Welche Variante ist besser?

 

Welche Variante die bessere ist, kann man gar nicht so genau sagen. Es kommt ganz auf deine persönlichen Ziele und dein Anlagehorizont an.

 

Wenn dir z.B. ein passives Einkommen und eine gewisse Flexibilität wichtig ist, ist die ausschüttende Variante vielleicht die bessere Wahl. Möchtest du lieber langfristig Vermögen aufbauen und dein Geld für die Zukunft anlegen, dann ist die thesaurierende Variante vielleicht die bessere Wahl.

 

Natürlich kannst du auch beide Varianten mischen. So dass du sowohl in thesaurierende als auch in ausschüttende Produkte investierst.

 

 
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