Mein Börsenmonat September: Zins-, Inflations- und Rezessionsängste

Lesezeit: 3 Minuten 

Zins-, Inflations- und Rezessionsängste dominieren weiterhin das Börsengeschehen. Eine Beruhigung der Märkte ist derzeit nicht abzusehen. 

Was soll man jetzt am besten machen? An der Seitenlinie verharren, bis sich die Märkte wieder etwas beruhigt haben? Verkaufen? Einsteigen? Nachkaufen? Fragen über Fragen. Eine konkrete Antwort habe ich leider nicht. Kann dir aber sagen, wie ich mich verhalte und was ich bei Unsicherheit rate. Außerdem erfährst du noch, was meine Ansicht zum aktuellen Börsengeschehen ist. 

Da ich hier über konkrete Anlageentscheidungen schreibe, möchte ich der Vollständigkeit halber auf den Disclaimer (Haftungsausschluss) verweisen.

Inhalte

1. Rückblick
2. Investitionen
3. Ansicht zum Börsengeschehen

1. Rückblick 

Starten wir mal mit einem kurzen Rückblick. Im Börsenmonat September war so einiges los. Angefangen von der erneuten Zinsanhebung durch die EZB um 0,75 %. 

Der Leitzins im Euroraum ist somit auf 1,25 % gestiegen. 

Auch die FED hat den US-Leitzins um 0,75 % – und somit auf eine Zinsspanne von 3,00 – 3,25 % – angehoben.

Diese Entscheidung trübte deutlich die Börsenstimmung. Die Kurse haben entsprechend darauf reagiert und gingen auf Talfahrt. Zins- und Rezessionsängste haben den Markt weiterhin fest im Griff. 

Im September wurde auch die DAX-Familie wieder neu gemischt. Hier ein kurzer Überblick, was sich bei der DAX-Familie so getan hat:

DAX-Änderungen
Siemens Energy ist erneut in den DAX aufgestiegen und das Unternehmen HelloFresh wieder in den MDAX abgestiegen. 

MDAX-Änderungen
Aufgestiegen sind aus dem SDAX in den MDAX: der Netzwerkanbieter Adtran Holdings sowie die beiden Autozulieferer Stabilus und Hella. Abgestiegen aus dem MDAX in den SDAX sind der Energiekonzern Uniper, das Immobilienunternehmen Grand City Properties und der IT-Dienstleister Cancom.

SDAX-Änderungen
Neu hinzugekommen in den SDAX sind der Wind- und Solarparkentwickler Energiekontor, die Südzucker-Tochter Cropenergies und SGL Carbon. Außerdem ist der Windkraftanlagenhersteller Nordex in den SDAX zurückgekehrt. Er war im Juni rausgeflogen, da er seinen Quartalsbericht nicht fristgerecht veröffentlicht hatte. 

TecDAX-Änderungen
Neu im TecDAX sind Adtran Holdings und Nordex, während Kontron sowie 1&1 den deutschen Technologie-Index verlassen mussten.

Nicht zu vergessen: Am 29.09.22 fand noch der durchwachsene Börsengang von Porsche statt, zu einem Ausgabepreis von 82,50 €. 

Zum Monatsabschluss erfolgte noch eine Meldung zur Inflationsrate. Die bereits hohe Inflation im Euroraum ist weiter angestiegen. Im September erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 10 %. Vermutlich wird die EZB auf ihrer Oktober-Sitzung eine erneute Zinsanhebung bekannt geben.

Die hohe Inflationsrate hält Investoren weiterhin zurück. Viel zu groß ist die Unsicherheit hinsichtlich weiterer drastischer Zinsschritte durch die Notenbanken. Denn die Maßnahmen im Kampf gegen die Inflation scheinen bisher noch nicht richtig zu wirken. 


2. Investitionen

In diesem Monat habe ich mich dazu entschieden, mein Basis-Investment (MSCI-World) weiter aufzustocken. Da ich keinen Sparplan besitze, muss ich hier regelmäßig selbst aktiv werden. Dafür kann ich dann direkt eine größere Summe investieren.

Außerdem habe ich noch ein paar Unternehmen auf der Watchlist, mit denen ich mich noch näher beschäftigen und entsprechend analysieren möchte. Hierbei handelt es sich um solide Unternehmen für mein Dividenden-Depot: Johnson & Johnson, Amgen und General Mills. 

Mal sehen, wer es als Nächstes in mein Depot schafft.


3. Ansicht zum Börsengeschehen

Jetzt widmen wir uns der Frage: Was sollen wir jetzt am besten tun? Ausharren? Nachkaufen? Einsteigen? Verkaufen? 

Die Frage ist wirklich nicht einfach zu beantworten. Denn niemand weiß genau, wie lange und wie tief die Kurse noch fallen werden. Ich denke, solange die Inflationsraten nicht sinken und die Leitzinsen weiter steigen, ist es fast unmöglich, einen Aufschwung an der Börse zu sehen.

Dennoch verabschiede ich mich beim derzeitigen Niveau nicht von meinen Investments. Sondern im Gegenteil, ich nutze günstige Kurse, um nachzukaufen oder auch, um einzusteigen. Dabei fokussiere ich mich derzeit auf große Unternehmen mit einem gesunden Kern, die zu Unrecht abgestraft worden sind.

Was genau kommt, weiß sowieso niemand und deshalb halte ich weiterhin an meiner Anlagestrategie fest.

Wer jedoch kein gutes Gefühl hat, sollte sein Geld lieber nicht an der Börse investieren. Du kannst z. B. auf positive Nachrichten warten, um dann mit einem besseren Gefühl zu investieren. Das können z. B. Nachrichten zu sinkenden Inflationsraten sein, eine Ankündigung der EZB, die Zinsen nicht weiter zu erhöhen oder auch positive Nachrichten aus wichtigen Unternehmen. 

Die nächste Sitzung der EZB findet übrigens am 27.10.2022 statt. Um die hohe Inflation weiter zu bekämpfen, halten Experten eine weitere Zinsanhebung für sehr wahrscheinlich. Schauen wir mal, wie es weitergeht…..

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