Die 6 häufigsten Anlagefehler und wie du diese vermeiden kannst

Angst vor Fehlern, wer kennt das nicht? Insbesondere wenn es ums Geld geht, versucht man möglichst jeden Fehler zu vermeiden. Denn Anlagefehler können ganz schön teuer werden und wer möchte schon gerne etwas von seinem hart verdienten Geld verlieren?

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Finanzen und insbesondere der Geldanlage. Dabei habe auch ich einige Anlagefehler gemacht. Damit du nicht so viel Lehrgeld zahlen musst, stelle ich dir in diesem Artikel die 6 größten Anlagefehler oder auch -fallen vor und wie du diese vermeiden kannst.

Inhalte:

Anlagefehler Nr. 1: Zu geringe Diversifikation
Anlagefehler Nr. 2: Von Emotionen leiten lassen
Anlagefehler Nr. 3: Blind Expertentipps folgen
Anlagefehler Nr. 4: Aktienkauf auf Kredit
Anlagefehler Nr. 5: Risikoprofil falsch einschätzen
Anlagefehler Nr. 6: Nach dem besten Zeitpunkt suchen

Anlagefehler Nr. 1: Zu geringe Diversifikation

Fangen wir mal mit einem der häufigsten Anlagefehler an: eine zu geringe Diversifikation! Das bedeutet, dass du darauf achten solltest, deine Anlagen möglichst breit zu streuen, um das Verlustrisiko zu reduzieren und gleichzeitig möglichst vielseitige Chancen nutzen zu können.

Diversifikation bedeutet dabei nicht unbedingt „nur“ in unterschiedliche Aktien zu investieren, sondern dass du auch darauf achten solltest, möglichst in unterschiedliche Branchen, Anlageklassen (wie z.B. Anleihen, Aktien, Gold, Immobilien etc.) und in verschiedene Anlageregionen zu investieren. Das hört sich nach ganz schön viel an, oder? Vor allem, wenn man noch gar nicht so viel Geld hat, um zu investieren, bzw. man gerade erst anfängt.

Eine gute Möglichkeit bietet hier schon eine Anlage in ETFs und/oder Fonds in unterschiedliche Anlageregionen. Erkundige dich z.B. gerne mal über die sehr breit gestreuten Weltportfolios. Denn ein größeres Portfolio aus Wertpapieren, welche nicht exakt gleich schwanken, verringern das Risiko.

Anlagefehler Nr. 2: Von Emotionen leiten lassen

Oh ja, die Börse und die lieben Emotionen…. Angst, Gier, Euphorie, Hysterie, Panik, um nur mal ein paar der Emotionen zu nennen, die uns blockieren. Emotionen haben einen starken Einfluss auf Anlageentscheidungen und die Konsequenzen daraus sind häufig Fehlentscheidungen.

Bei der Geldanlage ist es wichtig, sich nicht von übertriebenen Emotionen leiten zu lassen. Doch wie schafft man das? Ganz einfach: Anlageentscheidungen z.B. faktenbasiert treffen! Oder doch nicht so einfach? Wenn du dich für eine Anlagestrategie entschieden hast, solltest du dieser treu bleiben und keine impulsiven Käufe oder sogar Verkäufe unter großen Verlusten tätigen. Schwankungen sind nicht vermeidbar, daher ist es wichtig, dass du die Nerven behältst. Wenn die Kurse sinken, ist es kein guter Zeitpunkt, zu verkaufen. Damit würdest du den Verlust realisieren. Denn viele Anleger verkaufen bei Kursrückgängen schon fast panikartig ihre Aktien und steigen erst zu hohen Kursen wieder ein.

Anlagefehler Nr. 3: Blind Expertentipps folgen

Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich geneigt bin, den sogenannten Expertentipps zu folgen. Zum Glück schalte ich aber vorher noch mal mein Gehirn ein. Das würde ich dir auch empfehlen. Insbesondere wenn man anfängt, begeht man häufig den Fehler, dass man einer Expertenmeinung blind folgt. Wichtig dabei ist, dass man Insider- oder auch Expertentipps grundsätzlich hinterfragt und sich seine eigene Meinung bildet. Auch Experten können sich mal irren, denn niemand kann die Zukunft voraussagen. Vertraue also lieber auf deine eigene Markteinschätzung, hole dir gerne unabhängige Meinungen ein und validiere diese mit den Fakten. Informiere dich immer über die Anlageform, bevor du eine Entscheidung triffst, zu investieren. Es ist ratsam, dem Grundsatz zu folgen: Investiere nur in Anlagen, die du auch verstehst.

Anlagefehler Nr. 4: Aktienkauf auf Kredit

Wenn man sich einen hohen Gewinn verspricht bzw. wenn man gerade keine Geld hat, um dies zu investieren, könnte einem schon mal der Gedanke kommen, hierfür einen Kredit aufzunehmen. Dies birgt jedoch eine große Gefahr, denn gerade kurzfristig unterliegen Aktien höheren Schwankungen. Daher solltest du darauf achten, nur das Geld zu investieren, auf das du kurz- bis mittelfristig verzichten kannst. Und vor allem dein eigenes Geld. Aktien sollten niemals auf Kredit gekauft werden. Die Gefahr besteht darin, dass du zu einem falschen Zeitpunkt deine kreditbasierten Aktien verkaufen musst und damit einen Verlust realisierst. Dieses Vorgehen könnte dich in eine Abwärtsspirale führen.

Dabei hilft vielleicht folgende Faustregel: Bei einer Verschuldung solltest du zunächst die Schulden abbezahlt und anschließend eine Rücklage von drei bis sechs Monatsgehältern aufgebaut haben, damit du für unvorhersehbaren Ausgaben/Situationen gewappnet bist. Diese Vorgehen lässt dich sicherlich ruhiger schlafen.

Anlagefehler Nr. 5: Risikoprofil falsch einschätzen

Ein falsch eingeschätztes Risikoprofil kann dazu führen, dass du irrational handelst. Denn gerade bei großen Kursrückgängen reagieren Anleger häufig emotional und handeln dann nicht mehr wohlüberlegt.

Beim Risikoprofil geht es darum, das richtige Maß zu finden. Sei dir also vor einer Investition dessen bewusst, wie viel Risiko oder auch Schwankungen du verträgst und wie viel du tatsächlich investieren kannst. Dies hängt im wesentlichen von deiner finanziellen und familiären Situation, deinem Lebensalter und deinem Anlagehorizont ab. Und natürlich auch von deinem Wissensstand!

Anlagefehler Nr. 6: Nach dem besten Zeitpunkt suchen

Hast du dich auch schon mal dabei ertappt, nach dem besten Einstiegszeitpunkt zu suchen, wenn du in Wertpapiere investieren möchtest? Ich möchte mich da auch nicht ausnehmen, denn wer möchte schon zu „viel“ Geld für eine Anlage bezahlen. Und ich weiß, dass wir nicht alleine sind, denn viele Anleger versuchen den richtigen Zeitpunkt zu wählen, um ihr Geld zu investieren. Doch wie wahrscheinlich ist es, den besten Zeitpunkt zu finden? Ich würde sagen, dass es schwierig bis fast unmöglich ist. Häufig wird sogar in der falschen Phase investiert. Nämlich dann, wenn die Kurse schon recht weit gestiegen sind. Wenn die Aktien ihren Tiefpunkt erreicht haben, wird meist erst einmal skeptisch abgewartet. Eine Möglichkeit, um diesen Fehler zu vermeiden sind z.B. ein Sparpläne. So kannst du von den Kursverläufen oder auch -schwankungen profitieren.

Fazit

Wer also sein Geld investieren möchte, sollte zunächst einige Dinge beachten. Bevor du eine Investition tätigst, ist es erst einmal wichtig, dass du dich mit dem Finanzprodukt auseinandersetzt. Der Schlüssel zu Erfolg ist oftmals eine breit diversifizierte Anlagestrategie, um das Risiko zu streuen und Verluste weitestgehend auszugleichen. Wichtig ist auch ein gewisses Finanzpolster, damit du keine impulsiven Entscheidungen triffst und dich nicht von deinen Emotionen leiten lässt.

Inhalte werden geladen

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar